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Procter & Gamble Pharmaceuticals nutzt E-Mail-Marketing um
mit Patienten zu kommunizieren, die an chronischer Darmentzündung
(Ulcerative colitis) leiden. Die Symptome dieser Krankheit bringt
viele Patienten dermassen in Verlegenheit, dass Sie weder mit Freunden
noch mit Bekannten über diese Krankheit sprechen.
"Colitis Ulcerative" ist eine chronische Entzündung
der verdauungsfördernden Trakte, die eine lebenslängliche
Behandlung erfordert und schubweise zu Beschwerden führt. Alleine
in den Vereinigten Staaten wird die Zahl der Erkrankten auf rund
500'000 Patienten geschätzt.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Patienten die Medikamente
(z. B. Asacol) absetzen, sobald die Symptome nachlassen. Dies führt
dazu, dass der Zustand der Patienten sich entsprechend schnell verschlechtert
und der nächste Schub umso stärker ausfällt. Procter
& Gamble hat deshalb eine Direkt-Marketing-Agentur beauftragt,
neue Wege der Kommunikation zu gehen, um die Patienten in der Bewältigung
der Krankheit zu unterstützen. Daraus entstanden ist das Projekt
www.living-better.com,
eine Website, die umfangreiche Informationen über die Symptome
und die Behandlung der Krankheit bereitstellt.
Im Rahmen eines Direkt-Marketing-Programmes wurde "My Guide
To Living Better" ins Leben gerufen, um die Patienten besser
zu erreichen. "Wir können den Patienten vorschreiben,
was sie zu tun haben", sagte James Bolling von Roska Direkt,
"sondern vielmehr müssen wir dies Patienten aus Ihrer
Isolation herausbringen".
Die Kampagne startete mit einer Procter & Gamble-Datenbank
von Patienten, die bereits über Offline-Kanäle Informationen
zur Krankheit erhielten. Geworben wurde auch über die Crohn's
& Colitis Stiftung, einer Stiftung, die den Patienten Unterstützung
bietet. Weitere Werbemassnahmen erfolgten in Form kleiner Beilagen
in Musterpackungen des Medikaments "Asacol" und über
Partnerschaften mit Medikamenten-Verteilern. Auf dem Suchdienst
Google wurde die Website mittels Key-Word-Targeting beworben (www.myucguide.com).
Sobald die Interessenten auf der Web-Site gelangen, können
sie zwischen sechs virtuellen "Guides" auswählen,
die unter der selben Krankheit leiden: Margie, eine 51-jährige
Unterstufen-Lehrerin; Glenn, einen 21-jährigen Studenten; Alex
ein 39-jähriger CEO einer Web-Unternehmung; Hope, eine 21-jährige,
bald verheiratete Joga-Lehrerin; Ray, ein 55-jähriger halb-pensionierter
Teppichleger und Jeannine , eine 32-jährige alleinstehende
Mutter von zwei Kindern.
Diese "Guides" wurden bewusst unterschiedlich gewählt,
da jeder eine demographische Zielgruppe repräsentiert. Dadurch
können die Interessenten ihren persönlichen Guide auswählen,
zu dem sie einen Bezug herstellen können.
Die sprachliche Ausdrucksart (per E-Mail) jedes Guides entspricht
ebenfalls der Demographie. Auch wenn Mary und James im Grunde dasselbe
sagen, sprechen sie es unterschiedlich (bzw. zielgruppengerecht)
aus.
Sobald sich der Besucher für einen Guide entschieden hat,
muss er ein paar Fragen zu seinem Gesundheitszustand beantworten,
wie: Wann diagnostizierte Ihr Arzt die Krankheit? Wie lange sind
Sie in Behandlung? Befolgen Sie die Ratschläge Ihres Arztes?
Welche Medikamente nehmen Sie? Nehmen Sie die Medikamente regelmässig?
Sobald die Interessenten angemeldet sind, erhalten sie von Ihrem
Guide bis zu zwanzig E-Mails innerhalb des ersten Jahres, wobei
neu diagnostizierte Patienten mehr Nachrichten erhalten. Es hat
sich herausgestellt, dass mehr als 30 % aller Besucher von www.myucguide.com
sich registriert haben. Die Inhalte der E-Mails sind auf alle medizinischen
und gesetzlichen Aspekte geprüft und sind in der Sprache der
einzelnen Guides verfasst. Jede Nachricht enthält auch einen
Link auf die entsprechenden Bereich der Living-Better-Site
"Indem die Patienten von Ihrem persönlichen Guide via
E-Mail auf bestimmte Bereiche der Site geführt werden, erscheint
die Web-Site in den Augen der Besucher plötzlich personalisiert"
sagt Bolling und fügt hinzu, dass die durchschnittliche Verweildauer
auf Living-Better.com bei 15 Minuten liege.
Bis heute sammelt Procter und Gamble wenig detaillierte Profile.
Die Strategie ist, im ersten Schritt eine Beziehung aufzubauen.
Gemäss einer Umfrage wurde festgestellt: Je mehr über
das Medikament "Asacol" gesprochen wurde, desto weniger
wertvoll wurde die Message empfunden. Die Idee ist, "Asacol"
im zweiten Jahr der Kundenbeziehung prominenter in die Kampagne
einzubeziehen. In diesem Jahr ermöglicht Procter & Gamble
die Interaktion zwischen Ärzten und Patienten im Rahmen der
Kampagne und wird die Produkte-Promotion stärker einbauen.
Quelle: DM-News (E)
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